Autofahrer müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen
Für Millionen Autofahrer in Deutschland wird das Tanken erneut spürbar teurer. Besonders beim Dieselkraftstoff sind die Preise innerhalb weniger Tage regelrecht nach oben geschnellt. Nach aktuellen Daten des ADAC verteuerte sich Diesel innerhalb einer Woche um 11,7 Cent je Liter. Auch Benzinfahrer bleiben von der Entwicklung nicht verschont, denn der Preis für Super E10 zog ebenfalls deutlich an.
Nach Einschätzung des Automobilclubs liegen die aktuellen Kraftstoffpreise auf einem zu hohen Niveau. Gleichzeitig setzt sich der Preisanstieg weiter fort.
Diesel verteuert sich stärker als Benzin
Die Entwicklung der vergangenen Tage zeigt, dass insbesondere Diesel von den jüngsten Marktbewegungen betroffen ist.
Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete am Dienstag:
- Diesel: 2,07 Euro pro Liter
- Super E10: 2,083 Euro pro Liter
Im Vergleich zur Vorwoche ergibt sich damit:
- Diesel: plus 11,7 Cent je Liter
- Super E10: plus 5,9 Cent je Liter
Damit stieg der Dieselpreis nahezu doppelt so stark wie der Preis für Superbenzin.

Preisschub setzt sich weiter fort
Die Entwicklung war mit dem Wochenvergleich noch nicht beendet. Bereits am Mittwochvormittag zeigte sich ein weiterer deutlicher Anstieg an den Zapfsäulen.
Gegen 10 Uhr lagen die Durchschnittspreise erneut über den Werten des Vortages:
- Diesel: nochmals rund 7 Cent teurer als am Dienstagvormittag.
- Super E10: rund 3,9 Cent höher.
Der ADAC bewertet diese Preisentwicklung kritisch und hält die aktuellen Kraftstoffpreise für überzogen.
Preisvorteil von Diesel verschwindet
Über viele Jahre galt Diesel als die deutlich günstigere Kraftstoffart. Aufgrund der niedrigeren Besteuerung lag der Literpreis im Durchschnitt meist mehr als 10 Cent unter dem von Superbenzin.
Davon ist inzwischen kaum noch etwas übrig geblieben.
Am Dienstag betrug der Preisunterschied im bundesweiten Durchschnitt lediglich 1,3 Cent.
Noch auffälliger fiel die Entwicklung am Mittwoch aus. In einer Momentaufnahme am Vormittag kostete Diesel sogar geringfügig mehr als Super E10.
Der ADAC geht davon aus, dass Diesel diesen ungewöhnlichen Platz schon bald dauerhaft auch im bundesweiten Tagesdurchschnitt einnehmen könnte.
Spannungen im Nahen Osten treiben die Preise
Als wichtigste Ursache für den kräftigen Anstieg gelten die verschärften Spannungen zwischen den USA und dem Iran.
Im Mittelpunkt steht erneut die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Öltransport. Schon kleinste Unsicherheiten in dieser Region wirken sich häufig unmittelbar auf die internationalen Rohölmärkte aus.
Mit den steigenden Ölpreisen verteuern sich in der Regel auch Diesel und Benzin an den Tankstellen.
Diesel reagiert besonders empfindlich auf Krisen
Nach Einschätzung von Marktbeobachtern reagiert Diesel deutlich sensibler auf geopolitische Krisen als Superbenzin.
Bereits während der Hochphase des Konflikts mit dem Iran hatte sich dieser Effekt gezeigt. Damals kostete Diesel zeitweise sogar mehr als 25 Cent pro Liter mehr als Super E10.
Auch die aktuelle Entwicklung verdeutlicht erneut, wie schnell sich internationale Spannungen auf die Preise an deutschen Tankstellen auswirken können.
Belastung für Pendler und Unternehmen wächst
Vor allem Berufspendler, Speditionen, Handwerksbetriebe und Unternehmen mit größeren Fahrzeugflotten bekommen die Preissteigerungen unmittelbar zu spüren.
Bereits wenige Cent mehr pro Liter können sich bei hohen Fahrleistungen innerhalb kurzer Zeit zu erheblichen Mehrkosten summieren.
Besonders betroffen sind:
- Pendler mit langen Arbeitswegen,
- Logistik- und Transportunternehmen,
- Handwerksbetriebe,
- Lieferdienste,
- Unternehmen mit umfangreichen Fuhrparks.
Steigende Kraftstoffkosten wirken sich zudem häufig indirekt auf Transportpreise und damit auf zahlreiche Waren und Dienstleistungen aus.
Weitere Preisbewegungen bleiben möglich
Da die Lage im Nahen Osten weiterhin angespannt ist und sich auch der Ölpreis zuletzt deutlich verteuert hat, rechnen Marktbeobachter damit, dass die Kraftstoffpreise kurzfristig weiter schwanken könnten.
Ob sich die Preise wieder entspannen oder erneut steigen, hängt maßgeblich von der Entwicklung auf den internationalen Energiemärkten und der geopolitischen Situation rund um die Straße von Hormus ab.