Bundeswehr soll 16 neue A400M erhalten

September 28, 2026
Bundeswehr soll 16 neue A400M erhalten

Mehr Transportkapazität für die Luftwaffe

Die deutsche Luftwaffe steht vor einer weiteren deutlichen Verstärkung ihrer Transportkapazitäten. Nach den vorliegenden Informationen plant das Verteidigungsministerium die Beschaffung von 16 zusätzlichen Airbus A400M. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will die Entscheidung demnach zeitnah öffentlich bekanntgeben.

Mit den zusätzlichen Maschinen soll insbesondere der taktische Lufttransport der Bundeswehr ausgebaut werden. Der A400M ist dafür ausgelegt, nicht nur Soldaten und Material über große Entfernungen zu befördern. Die entsprechend ausgerüsteten Flugzeuge können auch näher an Einsatzgebiete heranfliegen und dort unter schwierigeren Bedingungen eingesetzt werden.

Damit würde Deutschland seine bisherige A400M-Flotte erheblich erweitern.

Der A400M kann auch in Einsatzgebieten operieren

Der Airbus A400M übernimmt innerhalb der Luftwaffe eine wichtige Rolle beim Transport von Personal, Ausrüstung und militärischem Material. Seine Konstruktion ermöglicht sowohl strategische Transporte über große Entfernungen als auch taktische Einsätze.

Für solche Aufgaben sind bestimmte Maschinen mit zusätzlichen Selbstschutzsystemen ausgestattet. Diese sollen den Schutz des Flugzeugs während militärischer Operationen erhöhen.

Die geplante Erweiterung um 16 Flugzeuge würde daher nicht lediglich zusätzliche Transportkapazität bedeuten. Sie könnte zugleich die Zahl der verfügbaren Maschinen für taktische Missionen erhöhen und die Möglichkeiten der Bundeswehr bei der Verlegung von Kräften und Material erweitern.

Deutschlands Flotte umfasst bislang 53 Maschinen

Nach der bisherigen Planung verfügt Deutschland über insgesamt 53 A400M. Die letzte Maschine dieses bisherigen Beschaffungsprogramms wurde erst im April 2026 in Wunstorf übergeben.

Damit war die bisherige Beschaffung zunächst abgeschlossen. Nun zeichnet sich bereits eine weitere Erweiterung ab.

Die Zahl von 16 zusätzlichen Flugzeugen würde die geplante Flotte rechnerisch auf 69 A400M erhöhen, sofern alle bisherigen Maschinen weiterhin Bestandteil der Flotte bleiben. Genau hier liegt allerdings ein Problem: Für die zusätzlichen Flugzeuge steht am vorgesehenen Standort offenbar nicht ausreichend Platz zur Verfügung.

Wunstorf soll weiterhin zentraler Standort bleiben

Die neuen A400M sollen nach den vorliegenden Informationen ebenfalls in Wunstorf in Niedersachsen stationiert werden. Dort befindet sich das Lufttransportgeschwader 62, das bereits heute die deutschen A400M betreibt.

Der Standort ist damit das zentrale Drehkreuz der deutschen A400M-Flotte. Sämtliche bisherigen Maschinen dieses Typs sind dort stationiert.

Die geplante Erweiterung bringt allerdings eine praktische Herausforderung mit sich. Die vorhandene Infrastruktur ist offenbar nicht darauf ausgelegt, einfach weitere Flugzeuge in dieser Größenordnung aufzunehmen.

Neue Flugzeuge, aber offenbar nicht mehr Platz

Besonders ungewöhnlich ist deshalb die geplante Lösung für das Platzproblem. Nach den vorliegenden Informationen könnte ein Teil der bisherigen Flotte ausgemustert werden, wenn die neuen A400M in Wunstorf eintreffen.

Damit würde die Bundeswehr zwar zusätzliche moderne Maschinen beschaffen, gleichzeitig aber ältere Flugzeuge aus dem Bestand nehmen.

Wie viele bisherige Maschinen davon betroffen sein könnten und welche konkreten Gründe für eine Ausmusterung ausschlaggebend wären, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.

Die Frage nach der notwendigen Infrastruktur dürfte deshalb für die Umsetzung der Beschaffung eine zentrale Rolle spielen.

Milliarden für die neuen Transporter eingeplant

Die Erweiterung der A400M-Flotte ist finanziell bereits in der Haushaltsplanung berücksichtigt. Im Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt sind für die Beschaffung rund 3,6 Milliarden Euro für die Jahre 2028 bis 2032 vorgesehen.

Damit entfällt rechnerisch ein erheblicher Betrag auf die zusätzlichen Maschinen. In den tatsächlichen Kosten können allerdings neben dem reinen Kaufpreis weitere Ausgaben enthalten sein, etwa für Ausrüstung, Unterstützungssysteme und die Integration der Flugzeuge in die bestehende Infrastruktur.

Die geplante Investition fällt zudem in eine Phase, in der die Bundeswehr ihre militärischen Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen ausbauen soll.

Kritik und Zustimmung aus der Politik

Der CSU-Verteidigungspolitiker Thomas Erndl begrüßt die geplante Beschaffung der zusätzlichen Transportflugzeuge grundsätzlich. Er sieht jedoch gleichzeitig Handlungsbedarf bei den Voraussetzungen für deren Betrieb.

„Die Beschaffung der neuen und hochmodernen sechzehn A400M ist nachvollziehbar. Jetzt muss aber bei Infrastruktur und Personal Gas gegeben werden, sodass die Maschinen dann auch schnell einen Mehrwert bieten.“

Damit spricht Erndl genau die beiden Bereiche an, die durch die Flottenerweiterung zusätzlich unter Druck geraten könnten: Infrastruktur und Personal.

Neue Flugzeuge allein erhöhen die verfügbaren militärischen Fähigkeiten schließlich nur dann, wenn ausreichend Besatzungen, Wartungspersonal und geeignete Einrichtungen vorhanden sind.

Verteidigungsministerium äußert sich nicht

Das Verteidigungsministerium wollte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Informationen über die geplante Beschaffung äußern.

Damit bleibt die offizielle Bekanntgabe durch das Ministerium abzuwarten. Nach den vorliegenden Angaben soll Verteidigungsminister Boris Pistorius die Entscheidung jedoch zeitnah öffentlich vorstellen.

Im Mittelpunkt stehen dabei neben der eigentlichen Bestellung auch die Fragen, wie die zusätzlichen A400M in die bestehende Flotte integriert werden, wie das Platzproblem in Wunstorf gelöst werden soll und welche Auswirkungen eine mögliche Ausmusterung bisheriger Maschinen auf die tatsächliche Transportkapazität der Luftwaffe haben wird.

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