Inflation steigt auf 3,3 Prozent

September 30, 2026
Inflation steigt auf 3,3 Prozent

Energiepreise treiben Teuerung deutlich nach oben

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im September 2026 deutlich stärker gestiegen als im Vormonat. Nach der ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes erhöhte sich die Inflationsrate gegenüber dem Vorjahresmonat auf 3,3 Prozent. Im August hatte sie noch bei 2,9 Prozent gelegen.

Damit erreichte die Teuerung den höchsten Stand seit Ende 2023. Hauptursache für den kräftigen Anstieg waren die stark gestiegenen Energiepreise. Besonders deutlich machte sich die Entwicklung an den Tankstellen bemerkbar. Auch die Kosten für Heizöl legten erheblich zu.

Von August auf September erhöhten sich die Verbraucherpreise insgesamt um 0,6 Prozent.

Benzin und Diesel werden zum Preistreiber

Vor allem die Preise für Kraftstoffe haben die Inflationsentwicklung im September geprägt. Hintergrund waren unter anderem deutlich höhere Ölpreise. Im Zuge des Nahost-Krieges stieg der Preis für Rohöl zeitweise auf mehr als 100 US-Dollar je Barrel.

Die Folgen waren an den Tankstellen unmittelbar zu spüren. Mehrfach wurden im September neue Rekordpreise für Benzin und Diesel registriert.

Wie stark die Belastung ausfiel, zeigt das Beispiel Nordrhein-Westfalen. Dort mussten Verbraucher im September für Diesel 48,7 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor. Benzin verteuerte sich im gleichen Zeitraum um 33,8 Prozent. Noch stärker stieg der Preis für Heizöl: Hier betrug der Aufschlag 49,9 Prozent.

Der Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Bantleon, Daniel Hartmann, bezeichnete die Entwicklung entsprechend deutlich: „Kraftstoffe sind mit Abstand der größte Preistreiber“.

Neuer Tankrabatt soll die Teuerung bremsen

Die Bundesregierung reagiert auf die hohen Kraftstoffpreise mit einer erneuten Entlastung der Autofahrer. Vom 1. Oktober bis zum Jahresende sollen die staatlichen Abgaben auf Benzin und Diesel um rund 17 Cent je Liter sinken.

Der zeitlich begrenzte Tankrabatt dürfte dadurch die Inflationsrate in den kommenden Monaten dämpfen. Eine ähnliche Wirkung hatte bereits die vorherige Maßnahme im Mai und Juni. Nach deren Auslaufen zogen die Preise an den Tankstellen allerdings wieder deutlich an.

Damit hängt die weitere Entwicklung der Inflation auch davon ab, wie sich die internationalen Rohölpreise und die daraus resultierenden Kraftstoffkosten entwickeln.

Lebensmittel verteuern sich nur geringfügig

Während Energie die Teuerungsrate kräftig nach oben drückte, fiel die Preisentwicklung bei Lebensmitteln wesentlich moderater aus.

Nahrungsmittel waren im September durchschnittlich 0,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Im August hatte der Anstieg lediglich 0,1 Prozent betragen.

Deutlich stärker verteuerten sich weiterhin Dienstleistungen. Für Leistungen wie Versicherungen oder Reisen mussten Verbraucher im September durchschnittlich 2,7 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor. Im August hatte die entsprechende Rate bei 2,8 Prozent gelegen.

Damit zeigt sich ein unterschiedliches Bild: Energie sorgte für einen erheblichen zusätzlichen Preisschub, während sich die Preisentwicklung bei Lebensmitteln und Dienstleistungen wesentlich weniger stark veränderte.

Kerninflation bleibt unter der Gesamtteuerung

Ein wichtiger Indikator für die grundlegende Preisentwicklung ist die sogenannte Kerninflation. Dabei werden Nahrungsmittel und Energie aus der Berechnung herausgenommen, weil deren Preise besonders starken Schwankungen unterliegen können.

Im September lag diese Rate bei 2,4 Prozent. Sie blieb damit deutlich unter der allgemeinen Inflationsrate von 3,3 Prozent.

Der Abstand verdeutlicht, welchen außergewöhnlich großen Einfluss die Energiepreise derzeit auf die gesamte Teuerung haben. Ohne Lebensmittel und Energie wäre der Preisanstieg erheblich geringer ausgefallen.

Hohe Energiekosten können weitere Preise treiben

Steigende Kraftstoff- und Energiepreise wirken nicht nur unmittelbar auf die Verbraucherpreise. Bleiben sie über einen längeren Zeitraum hoch, können sie sich auch auf andere Bereiche der Wirtschaft übertragen.

Für Unternehmen verteuern sich beispielsweise Transport, Produktion, Kühlung und Logistik. Diese zusätzlichen Kosten können anschließend teilweise an die Kunden weitergegeben werden.

Auch die internationalen Importpreise spielen eine Rolle. Im August lagen sie mehr als 8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Einen derart kräftigen Anstieg hatte es zuletzt Ende 2022 gegeben.

Damit besteht das Risiko, dass sich der aktuelle Energiepreisschub mit zeitlicher Verzögerung auch in weiteren Güter- und Dienstleistungspreisen bemerkbar macht.

Unternehmen stehen vor höheren Kosten

Zusätzlichen Druck erzeugen Wetter- und Klimafolgen. Hitze und Trockenheit können Ernten beeinträchtigen und dadurch das Angebot bestimmter landwirtschaftlicher Produkte reduzieren.

Auch die Logistik kann betroffen sein. Niedrige Wasserstände, etwa auf dem Rhein, erschweren den Transport von Waren und können die Kosten für Lieferungen erhöhen.

Das ifo-Institut rechnet deshalb damit, dass Unternehmen die gestiegenen Energiekosten zunehmend an ihre Kunden weitergeben. Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef des Instituts, erklärte: „Sprit und Heizöl haben sich bereits spürbar verteuert, im Winter dürften die Energieversorger die Preise für Strom und Gas anheben“.

Winter wird für die Preisentwicklung entscheidend

Für die kommenden Monate richtet sich der Blick deshalb besonders auf die Energieversorgung und die Entwicklung der Ölpreise. Während der neue Tankrabatt die Belastung für Autofahrer vorübergehend reduzieren soll, könnten höhere Kosten für Strom und Gas im Winter zusätzlichen Preisdruck erzeugen.

Gleichzeitig bleibt abzuwarten, ob die höheren Import- und Energiekosten tatsächlich in größerem Umfang bei den Verbrauchern ankommen und wie stark sich die Entwicklung bei Lebensmitteln und Dienstleistungen verändert.

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