Sazerac greift nach Berentzen und bietet 5,55 Euro

September 21, 2026
Sazerac greift nach Berentzen und bietet 5,55 Euro

Beim deutschen Getränkehersteller Berentzen zeichnet sich ein Eigentümerwechsel ab. Der US-amerikanische Spirituosenkonzern Sazerac will das Unternehmen übernehmen. Beide Seiten haben sich nach Angaben des US-Konzerns auf einen Zusammenschluss verständigt.

Für die Aktionäre liegt ein konkretes Barangebot auf dem Tisch: 5,55 Euro je Berentzen-Aktie. Damit bietet Sazerac deutlich mehr als den zuletzt an der Börse festgestellten Kurs. Die Nachricht löst entsprechend eine kräftige Reaktion am Aktienmarkt aus.

Übernahmeangebot deutlich über dem Börsenkurs

Die Berentzen-Aktie war am vergangenen Freitag mit einem Schlusskurs von 4,53 Euro aus dem Handel gegangen. Das nun angekündigte Angebot von Sazerac liegt damit spürbar darüber.

Im laufenden Handel legt das Papier infolge der Übernahmenachricht um 21,4 Prozent zu. Anleger reagieren damit unmittelbar auf die Aussicht, ihre Aktien im Rahmen des freiwilligen Angebots zu einem wesentlich höheren Preis verkaufen zu können.

Der vereinbarte Angebotspreis beträgt 5,55 Euro in bar je Aktie. Die Zahlung ist damit nicht an einen Aktientausch gekoppelt, sondern sieht eine direkte Barabfindung für die angedienten Anteilsscheine vor.

Aktionäre erhalten kräftigen Aufschlag

Noch deutlicher wird die Größenordnung des Angebots beim Vergleich mit dem längerfristigen Börsenkurs. Sazerac bietet einen Aufschlag von rund 68 Prozent auf den unbeeinflussten, volumengewichteten Durchschnittskurs der Berentzen-Aktie über die drei Monate vor dem 16. September 2026.

Dieser Referenzkurs soll den Börsenwert des Unternehmens vor Bekanntwerden der konkreten Übernahmegespräche abbilden. Für die Aktionäre bedeutet der vereinbarte Angebotspreis damit einen erheblichen Abstand zu dem Kursniveau, das vor den Übernahmeplänen am Markt vorherrschte.

Die ungewöhnlich hohe Prämie macht zugleich deutlich, welche Bedeutung der vereinbarte Preis für die Transaktion besitzt.

Berentzen hatte Gespräche bereits angekündigt

Die jetzt bekannt gewordene Einigung kommt nicht völlig überraschend. Berentzen hatte bereits in der vergangenen Woche über laufende Verhandlungen informiert.

Nun haben die Gespräche einen entscheidenden Schritt erreicht. Mit der Vereinbarung zwischen Berentzen und Sazerac liegt ein konkretes Übernahmeangebot vor. Der weitere Verlauf hängt allerdings davon ab, ob genügend Aktionäre ihre Aktien im Rahmen des freiwilligen Angebots andienen.

Sazerac braucht mehr als die Hälfte der Aktien

Eine zentrale Voraussetzung für den geplanten Zusammenschluss ist die sogenannte Mindestannahmeschwelle. Sazerac muss mindestens 50 Prozent plus eine Aktie erwerben.

Damit soll sichergestellt werden, dass der US-Konzern nach Abschluss des Angebots über eine Mehrheit an Berentzen verfügt. Erst wenn die entsprechenden Bedingungen erfüllt sind, kann die Transaktion wie geplant vollzogen werden.

Für die bisherigen Berentzen-Aktionäre bedeutet die Schwelle, dass ihre Entscheidungen über die Annahme des Angebots unmittelbare Bedeutung für den weiteren Verlauf der Übernahme haben.

Vollzug im vierten Quartal erwartet

Nach der derzeitigen Planung soll die Übernahme im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Bis dahin müssen die weiteren Voraussetzungen für den Vollzug erfüllt werden.

Der vereinbarte Zeitplan zeigt, dass zwischen der Ankündigung des Angebots und dem endgültigen Eigentümerwechsel noch mehrere Schritte liegen. Entscheidend bleibt insbesondere, ob Sazerac die erforderliche Mehrheit der Aktien erhält.

Nach dem geplanten Abschluss soll Berentzen zudem von der Börse genommen werden. Für das Unternehmen würde damit die bisherige Börsennotierung enden.

US-Konzern übernimmt deutschen Getränkehersteller

Mit Sazerac tritt ein großer US-amerikanischer Spirituosenkonzern als künftiger Eigentümer auf. Der Zusammenschluss würde Berentzen damit unter das Dach eines Unternehmens aus den Vereinigten Staaten bringen.

Für Berentzen und seine Aktionäre markiert die geplante Transaktion einen bedeutenden Einschnitt. Aus Sicht der Anteilseigner steht zunächst der angebotene Preis von 5,55 Euro je Aktie im Mittelpunkt. Gegenüber dem letzten Schlusskurs von 4,53 Euro liegt das Angebot deutlich höher.

An der Börse ist die Nachricht bereits angekommen: Die Berentzen-Aktie springt um 21,4 Prozent nach oben. Damit nähert sich der Kurs dem angekündigten Übernahmepreis an, ohne diesen zum aktuellen Zeitpunkt vollständig zu erreichen.

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