Biontech-Gründer planen neuen Start

März 10, 2026
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Unternehmensgründer ziehen sich zurück

Das Mainzer Biotechnologieunternehmen Biontech steht vor einem bedeutenden personellen Umbruch. Die beiden Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci, die während der Corona-Pandemie weltweit bekannt wurden, werden das Unternehmen verlassen und ein neues Projekt starten.

Wie das Unternehmen mitteilte, soll das Ehepaar spätestens Ende 2026 aus der operativen Führung ausscheiden. Beide wollen jedoch weiterhin als Anteilseigner beteiligt bleiben und damit eine Verbindung zu dem Unternehmen behalten, das sie aufgebaut haben.

Die Nachricht markiert eine neue Phase für den Konzern. Sahin und Türeci hatten Biontech zu einem der bekanntesten Biotechnologieunternehmen Europas gemacht und waren maßgeblich an der Entwicklung eines der ersten wirksamen mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 beteiligt.

Milliardenverlust belastet das Unternehmen

Parallel zu den personellen Veränderungen musste Biontech für das Geschäftsjahr 2025 einen erheblichen finanziellen Rückschlag melden. Der Konzern verzeichnete einen Nettoverlust von 1,12 Milliarden Euro.

Damit fiel das Ergebnis deutlich schlechter aus als im Jahr zuvor, als der Verlust noch bei 665,3 Millionen Euro gelegen hatte. Die steigenden roten Zahlen sind vor allem auf weiterhin sehr hohe Ausgaben für Forschung und Entwicklung zurückzuführen.

Biontech investiert massiv in neue medizinische Projekte, darunter Therapien gegen Krebs und andere schwere Erkrankungen. Solche Programme erfordern langfristige klinische Studien und hohe finanzielle Vorleistungen, bevor mögliche Medikamente auf den Markt gelangen.

Umsatz wächst trotz schwieriger Lage

Trotz der hohen Verluste konnte das Unternehmen seinen Umsatz im Jahr 2025 leicht steigern. Die Erlöse stiegen auf 2,87 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr 2,76 Milliarden Euro erzielt worden waren.

Ein wichtiger Faktor für diese Entwicklung war die Zusammenarbeit mit dem US-Pharmakonzern Bristol Myers Squibb. Diese Kooperation brachte zusätzliche Einnahmen in die Konzernkasse.

Die Partnerschaft zeigt, wie wichtig strategische Allianzen für Biotechnologieunternehmen geworden sind. Gerade in der Medikamentenentwicklung sind Kooperationen mit großen Pharmakonzernen oft entscheidend, um Forschungsvorhaben zu finanzieren und klinische Studien voranzutreiben.

Aktie reagiert mit deutlichem Kursverlust

Die Börse reagierte auf die Nachrichten aus Mainz mit deutlicher Skepsis. Nach Bekanntwerden der Zahlen verlor die Biontech-Aktie zeitweise fast 18 Prozent an Wert.

Investoren reagierten damit vor allem auf die Kombination aus hohen Verlusten, steigenden Forschungsausgaben und dem bevorstehenden Abschied der Gründer.

Für viele Anleger gelten Sahin und Türeci als zentrale Figuren der Unternehmensstrategie. Ihr Rückzug aus der operativen Führung wirft daher Fragen zur künftigen Ausrichtung des Unternehmens auf.

Hohe Forschungsausgaben bleiben zentral

Auch in den kommenden Jahren will Biontech massiv in Forschung investieren. Für das laufende Jahr 2026 erwartet das Unternehmen Einnahmen zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro.

Dem gegenüber stehen geplante Forschungs- und Entwicklungskosten von 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro. Damit bleibt klar: Das Unternehmen setzt weiterhin stark auf wissenschaftliche Innovation und langfristige medizinische Projekte.

Die Strategie zielt darauf ab, neue Therapien auf Basis der mRNA-Technologie zu entwickeln. Diese Technologie wurde während der Corona-Pandemie erstmals im großen Maßstab eingesetzt und gilt als vielversprechender Ansatz für zahlreiche weitere Anwendungen in der Medizin.

Biontech bleibt ein Forschungsunternehmen

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich Biontech inzwischen in einer neuen Phase befindet. Während der Pandemie profitierte das Unternehmen enorm von der weltweiten Nachfrage nach Impfstoffen. Heute konzentriert sich der Konzern stärker auf langfristige Forschungsprogramme.

Solche Projekte benötigen häufig Jahre, bevor sie wirtschaftliche Erträge bringen. Deshalb sind hohe Verluste in dieser Branche nicht ungewöhnlich. Entscheidend ist, ob aus den Forschungsprojekten später erfolgreiche Medikamente entstehen.

Neue Unternehmung geplant

Der angekündigte Abschied von Ugur Sahin und Özlem Türeci bedeutet zugleich einen Neuanfang. Beide wollen nach ihrem Ausscheiden aus Biontech ein neues Unternehmen gründen.

Details zu diesem Projekt sind bislang nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass die beiden Wissenschaftler weiterhin in der biomedizinischen Forschung aktiv bleiben wollen.

Während sie künftig neue Wege gehen, behalten sie ihre Beteiligung an Biontech. Damit bleibt die Verbindung zu dem Unternehmen bestehen, das sie gegründet und über viele Jahre aufgebaut haben.

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