Gewinn der Volumenmarken legt im ersten Halbjahr zu
Trotz eines schwierigen Marktumfelds und anhaltender Probleme im wichtigen chinesischen Markt sendet der Volkswagen-Konzern positive Signale. Vor allem die Kernmarken Volkswagen, Škoda sowie SEAT/CUPRA entwickelten sich im ersten Halbjahr besser als erwartet und konnten ihren operativen Gewinn steigern. Gleichzeitig meldet der Konzern Fortschritte bei der Software-Tochter CARIAD sowie beim Aufbau der Batteriefertigung in Nordamerika.

Operativer Gewinn steigt auf 3,61 Milliarden Euro
Die Markengruppe der Volumenhersteller erzielte in den ersten sechs Monaten des Jahres einen operativen Gewinn von 3,61 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Anstieg von 4,5 Prozent.
Auch beim Absatz konnte die Sparte zulegen. Insgesamt wurden rund 2,59 Millionen Fahrzeuge verkauft, was einem Plus von 2,5 Prozent entspricht. Gleichzeitig verbesserte sich die operative Marge leicht auf 4,9 Prozent.
Vor allem die starken Ergebnisse von Škoda und SEAT/CUPRA sorgten für den positiven Verlauf und glichen Schwächen in anderen Geschäftsbereichen teilweise aus.
Engere Zusammenarbeit der Marken zeigt Wirkung
Markengruppen-Chef Thomas Schäfer setzt weiterhin auf eine intensivere Zusammenarbeit der einzelnen Konzernmarken. Gemeinsame Entwicklungs- und Produktionsprozesse sollen Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.
Thomas Schäfer erklärte: „Die engere Zusammenarbeit der Marken ist ein Erfolg.“
Gerade in einem anspruchsvollen Marktumfeld sollen diese Synergien dazu beitragen, die Ertragskraft des Konzerns langfristig zu sichern.
CARIAD reduziert Verluste deutlich
Auch bei der Software-Tochter CARIAD zeigen sich Fortschritte. Der operative Verlust verringerte sich im ersten Halbjahr auf rund 1,0 Milliarde Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte das Minus noch bei 1,37 Milliarden Euro gelegen.
Neben der geringeren Verlustentwicklung verzeichnete die Sparte zugleich steigende Umsätze. Damit setzt sich der eingeschlagene Kurs zur Stabilisierung des Softwaregeschäfts fort.
Batteriefabrik in Kanada nimmt Form an
Parallel investiert Volkswagen weiter in den Ausbau seiner Batterieproduktion. Für das geplante PowerCo-Werk in der kanadischen Provinz Ontario haben bereits erste Infrastrukturmaßnahmen begonnen.
Unter anderem wird eine neue Straßenanbindung geschaffen, um die spätere Logistik der Fabrik sicherzustellen. Nach aktuellem Planungsstand soll die Produktion in dem Werk 2027 anlaufen und ein wichtiger Bestandteil der Elektrifizierungsstrategie des Konzerns werden.
Anleger blicken weiter auf China
An der Börse bleibt die Entwicklung der Volkswagen-Aktie dennoch von Vorsicht geprägt. Der Kurs liegt aktuell bei 75,88 Euro und damit seit Jahresbeginn rund 27 Prozent im Minus. Vom bisherigen Jahrestief bei 69,20 Euro konnte sich das Papier allerdings wieder etwas erholen.
Für das Gesamtjahr hält der Konzern unverändert an einer operativen Rendite zwischen 4,0 und 5,5 Prozent fest. Ob dieses Ziel erreicht wird, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sich das Geschäft in China in den kommenden Monaten entwickelt. Die stabilen Ergebnisse der Kernmarken bilden dabei derzeit einen wichtigen Rückhalt.