Nivea bremst Beiersdorf aus

September 29, 2026
Nivea bremst Beiersdorf aus

Lagerabbau und schwacher Einzelhandel belasten

Die Konsumgütergruppe Beiersdorf steht weiterhin unter Druck. Nach Einschätzung der Investmentbank Jefferies bleibt insbesondere die Kernmarke Nivea ein Belastungsfaktor. Die Analysten haben deshalb ihre Erwartungen für den Hamburger Konzern nach unten korrigiert.

Im Mittelpunkt stehen die anhaltend hohen Lagerbestände in Westeuropa sowie die schwierige Situation im Einzelhandel. Nach Einschätzung der Analysten gibt es derzeit nur wenige Anzeichen dafür, dass sich die Lage kurzfristig deutlich verbessern könnte.

Damit bleibt die Entwicklung von Nivea ein wichtiger Unsicherheitsfaktor für Beiersdorf.

Westeuropas Handel kommt nur langsam voran

Ein wesentlicher Grund für die vorsichtigere Einschätzung ist der weiterhin laufende Abbau von Lagerbeständen. Händler in Westeuropa versuchen offenbar nach wie vor, vorhandene Warenbestände zu reduzieren.

Für Beiersdorf kann dies die Nachfrage nach neuen Produkten bremsen. Wenn Händler ihre Lagerbestände zunächst abbauen, bestellen sie weniger Ware bei den Herstellern nach. Das wirkt sich wiederum auf den Absatz und die Geschäftsentwicklung des jeweiligen Markenherstellers aus.

Hinzu kommt die angespannte Lage im Einzelhandel. Damit treffen mehrere Belastungen gleichzeitig auf die wichtigste Marke des Konzerns.

Jefferies sieht deshalb derzeit kaum Hinweise auf eine schnelle Erholung des Nivea-Geschäfts.

Russland sorgt für zusätzlichen Gegenwind

Neben der Entwicklung in Westeuropa kommt ein weiterer Belastungsfaktor hinzu. Nach Einschätzung der Analysten wirkt sich auch das Einfrieren von Vermögenswerten in Russland negativ auf Beiersdorf aus.

Der Konzern ist damit zusätzlich mit den wirtschaftlichen Folgen der geopolitischen Spannungen konfrontiert. Die eingefrorenen Vermögenswerte erschweren die Geschäftsentwicklung und erhöhen die Unsicherheiten für das Unternehmen.

Für Beiersdorf kommt dieser Faktor zu einer Zeit hinzu, in der die Entwicklung der wichtigsten Marke ohnehin von einem schwierigen Marktumfeld geprägt ist.

Derma-Geschäft entwickelt sich deutlich besser

Nicht alle Bereiche des Konzerns zeigen jedoch dieselbe Entwicklung. Besonders positiv fällt laut Jefferies der Geschäftsbereich Derma auf.

Dieser entwickelt sich weiterhin überdurchschnittlich gut und bildet damit einen wichtigen Gegenpol zu den Problemen rund um Nivea.

Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist dabei die Produktreihe Aquaphor in den USA. Die Hautpflegeprodukte können dort nach Einschätzung der Analysten weiterhin deutliche Wachstumsimpulse liefern.

Damit zeigt sich innerhalb des Beiersdorf-Konzerns ein uneinheitliches Bild: Während die traditionelle Kernmarke Nivea mit schwierigen Bedingungen kämpft, entwickelt sich das Derma-Geschäft dynamischer.

Aquaphor liefert Impulse in den USA

Die Entwicklung von Aquaphor ist für Beiersdorf besonders interessant, weil die Marke auf dem US-Markt weiter an Dynamik gewinnt.

Das Produktsegment gehört zum Derma-Geschäft und profitiert von der Nachfrage nach Hautpflegeprodukten. Nach der Einschätzung von Jefferies ist die Entwicklung von Aquaphor ein wesentlicher Grund dafür, dass sich dieser Bereich weiterhin besser als andere Teile des Konzerns entwickelt.

Damit verfügt Beiersdorf trotz der Probleme bei Nivea über einen Geschäftsbereich, der gegenläufige Wachstumsimpulse liefert.

Anleger bewerten Beiersdorf mit Abschlag

Auch die Bewertung der Beiersdorf-Aktie spielt in der Analyse eine Rolle. Nach Einschätzung von Jefferies wird das Papier derzeit mit einem Abschlag gegenüber vergleichbaren Unternehmen gehandelt.

Zur Beurteilung wird unter anderem das Verhältnis des Unternehmenswerts zum operativen Nettoergebnis nach Steuern herangezogen.

Der Bewertungsabschlag spiegelt damit auch die unterschiedlichen Erwartungen an die weitere Geschäftsentwicklung wider. Die anhaltenden Schwierigkeiten bei Nivea stehen dabei den positiven Entwicklungen im Derma-Bereich gegenüber.

Nivea bleibt zentral für den Konzern

Die Bedeutung von Nivea für Beiersdorf macht die aktuelle Entwicklung besonders relevant. Die Marke gehört zu den bekanntesten Produkten des Hamburger Konzerns und ist international in zahlreichen Märkten vertreten.

Wenn der Abbau von Lagerbeständen im Handel länger dauert als erwartet, kann sich dies entsprechend länger auf die Nachfrage auswirken. Eine schnelle Rückkehr zu einem stärkeren Wachstum ist nach der Einschätzung von Jefferies derzeit nicht erkennbar.

Gleichzeitig muss Beiersdorf mit den zusätzlichen Belastungen durch die Situation in Russland umgehen.

Unterschiedliche Dynamik innerhalb von Beiersdorf

Die aktuelle Analyse verdeutlicht damit die unterschiedlichen Entwicklungen innerhalb des Konzerns. Auf der einen Seite steht Nivea, wo Lagerabbau und eine schwierige Einzelhandelssituation auf dem Geschäft lasten.

Auf der anderen Seite steht Derma, wo insbesondere Aquaphor in den USA für überdurchschnittliches Wachstum sorgt.

Für Beiersdorf kommt es damit auf die Entwicklung mehrerer Geschäftsbereiche und Regionen gleichzeitig an. Während die traditionelle Kernmarke derzeit unter Druck steht, können andere Produkte und Märkte einen Teil dieser Belastungen ausgleichen.

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