Novartis schließt Milliardendeal in China

Oktober 2, 2026
Novartis schließt Milliardendeal in China

Schweizer Pharmakonzern baut Pipeline aus

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat sich mit einer milliardenschweren Vereinbarung in China Zugang zu einem vielversprechenden Medikamentenkandidaten für Autoimmunerkrankungen gesichert. Vertragspartner ist das chinesische Biotechnologieunternehmen Abogen Biosciences.

Das Gesamtvolumen der Vereinbarung kann nach Angaben von Abogen bis zu 7,8 Milliarden US-Dollar erreichen. Der Betrag setzt sich aus einer sofortigen Zahlung und möglichen weiteren Zahlungen zusammen, die an die Ausübung vereinbarter Optionen geknüpft sind.

Für Novartis eröffnet die Vereinbarung zugleich Zugang zu einer Technologieplattform, auf der weitere therapeutische Wirkstoffe entwickelt werden.

575 Millionen Dollar fließen zunächst

Im Rahmen des Deals zahlt Novartis zunächst 575 Millionen US-Dollar an Abogen Biosciences. Weitere Zahlungen sind davon abhängig, ob der Schweizer Konzern die im Vertrag vorgesehenen Optionen ausübt.

Bei einer vollständigen Ausübung können zusätzlich bis zu 7,2 Milliarden US-Dollar fällig werden. Damit liegt das mögliche Gesamtvolumen bei 7,8 Milliarden Dollar.

Der Unterschied zwischen der anfänglichen Zahlung und dem maximal möglichen Vertragswert ist erheblich. Der überwiegende Teil des möglichen Milliardenbetrags hängt somit von der weiteren Entwicklung und den Entscheidungen innerhalb der vereinbarten Zusammenarbeit ab.

ABO2203 steht im Mittelpunkt

Im Zentrum der Vereinbarung steht der Medikamentenkandidat ABO2203. Novartis erhält die weltweiten Rechte an dem führenden Wirkstoffkandidaten von Abogen.

ABO2203 wird im Zusammenhang mit der Behandlung von Autoimmunerkrankungen entwickelt. Damit erweitert Novartis seine Möglichkeiten in einem medizinischen Bereich, in dem das Unternehmen künftig zusätzliche Therapieoptionen aufbauen möchte.

Durch die Vereinbarung erhält der Schweizer Pharmakonzern nicht lediglich einen einzelnen Wirkstoffkandidaten. Der Vertrag umfasst darüber hinaus weitere Rechte an möglichen zukünftigen Entwicklungen.

Zugang zu weiterer RNA-Technologie

Ein weiterer Bestandteil des Deals ist eine exklusive Option auf zusätzliche therapeutische Wirkstoffe der nächsten Generation. Diese Medikamente werden auf der RNA-Plattform von Abogen entwickelt.

Damit geht die Zusammenarbeit über ABO2203 hinaus. Novartis erhält die Möglichkeit, sich bei entsprechender Entscheidung auch Zugang zu weiteren Wirkstoffprojekten aus Abogens Forschungsplattform zu sichern.

RNA-Technologien spielen in der modernen Arzneimittelforschung eine wichtige Rolle, weil sie neue Möglichkeiten bei der Entwicklung und gezielten Steuerung therapeutischer Ansätze eröffnen. Für Pharmaunternehmen sind entsprechende Plattformen deshalb sowohl wegen einzelner Medikamentenkandidaten als auch wegen ihrer langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten interessant.

Abogen erweitert Partnerschaft mit Novartis

Für das chinesische Biotechnologieunternehmen bedeutet die Vereinbarung den Zugang zu einem weltweit tätigen Pharmakonzern. Novartis übernimmt im Rahmen des Deals die globalen Rechte an ABO2203 und erhält gleichzeitig zusätzliche Optionen.

Die Konstruktion des Vertrags ermöglicht es dem Schweizer Konzern, zunächst mit dem führenden Medikamentenkandidaten von Abogen zu arbeiten und darüber hinaus weitere Projekte der RNA-Plattform zu prüfen beziehungsweise bei entsprechender Ausübung ebenfalls einzulizenzieren.

Damit ist der Deal sowohl auf ein konkretes Medikament als auch auf zukünftige therapeutische Entwicklungen ausgerichtet.

Milliardenbetrag hängt von Optionen ab

Der mögliche Vertragswert von 7,8 Milliarden US-Dollar darf dabei nicht mit einer unmittelbaren Zahlung in dieser Höhe gleichgesetzt werden. Sicher vorgesehen ist zunächst die Zahlung von 575 Millionen Dollar.

Die weiteren 7,2 Milliarden Dollar können laut der Vereinbarung hinzukommen, wenn Novartis die entsprechenden Optionen ausübt.

Der maximale Wert des Deals hängt damit von den weiteren Entscheidungen und Entwicklungen innerhalb der Zusammenarbeit ab. Für die Bewertung des Geschäfts ist deshalb zwischen der garantierten Anfangszahlung und den möglichen späteren Zahlungen zu unterscheiden.

Pharmakonzerne setzen auf neue Wirkstoffe

Die Vereinbarung zeigt zugleich, welche Bedeutung neue Medikamentenkandidaten für große Pharmaunternehmen haben. Statt sämtliche Wirkstoffe selbst zu entwickeln, können Konzerne durch Lizenzvereinbarungen auf externe Forschungsplattformen und innovative Biotechnologieunternehmen zugreifen.

Im Fall von Novartis geht es um einen Kandidaten gegen Autoimmunerkrankungen sowie um mögliche weitere Wirkstoffe, die mithilfe der RNA-Plattform von Abogen Biosciences entstehen sollen.

Der jetzt vereinbarte Zugang zu ABO2203 und zu den zusätzlichen Entwicklungsoptionen verbindet damit ein konkretes Medikamentenprojekt mit der Möglichkeit, weitere Therapien aus derselben technologischen Basis zu nutzen.

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