Paramount übernimmt Warner Bros. für 111 Milliarden Dollar

Oktober 6, 2026
Paramount übernimmt Warner Bros. für 111 Milliarden Dollar

Megafusion im US-Unterhaltungsgeschäft vollzogen

Die monatelang umkämpfte Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) durch den US-Konzern Paramount ist abgeschlossen. Damit entsteht ein neuer Schwergewicht im internationalen Medien- und Unterhaltungsgeschäft. Der Wert der Transaktion beläuft sich auf 111 Milliarden US-Dollar, umgerechnet knapp 99 Milliarden Euro.

Der Zusammenschluss war politisch und wirtschaftlich hoch umstritten. Kritiker hatten erhebliche Bedenken gegen die Übernahme geäußert und warnten unter anderem vor möglichen Folgen für den Wettbewerb und die redaktionelle Unabhängigkeit wichtiger Medienmarken.

Paramount setzt sich gegen Netflix durch

Mit dem Kaufpreis von 111 Milliarden Dollar übertrifft Paramount deutlich das Angebot, das zuvor von Netflix vorgelegt worden war. Der Streamingkonzern hatte sich bereits Ende 2025 mit Warner Bros. Discovery auf eine Übernahme im Umfang von 83 Milliarden US-Dollar, umgerechnet knapp 74 Milliarden Euro, verständigt.

Damit schien Netflix zunächst als Favorit für die Übernahme des Medienkonzerns festzustehen. Doch diese Vereinbarung hielt nicht lange. Im Februar zog sich Netflix aus dem Vorhaben zurück.

Anschließend erhielt Paramount die Möglichkeit, Warner Bros. Discovery zu übernehmen. Die US-Regierung ließ die Transaktion schließlich zu. Genau diese Entscheidung sorgte für zusätzliche Kritik, weil die Eigentümer und Führungspersönlichkeiten hinter Paramount politische Verbindungen zu US-Präsident Donald Trump haben.

Politische Nähe sorgt für zusätzlichen Streit

Im Mittelpunkt der Debatte standen insbesondere Paramount-Chef David Ellison und sein Vater Larry Ellison, der als Tech-Milliardär zu den Unterstützern von Donald Trump zählt.

Die politischen Verbindungen verstärkten die Skepsis gegenüber der Übernahme. Kritiker stellten die Frage, ob ein derart großer Zusammenschluss eines Medienunternehmens möglicherweise Auswirkungen auf die journalistische Ausrichtung und Unabhängigkeit der übernommenen Sender haben könnte.

Besonders im Fokus stand dabei CNN, das zum Warner-Bros.-Discovery-Konzern gehört. Befürchtet wurde, dass sich durch den Eigentümerwechsel die Rahmenbedingungen für die redaktionelle Arbeit verändern könnten.

Zwölf Bundesstaaten ziehen vor Gericht

Der Widerstand gegen die Transaktion beschränkte sich nicht auf politische Diskussionen. Zwölf US-Bundesstaaten gingen im Juli juristisch gegen das Vorhaben vor.

Die Kläger äußerten Bedenken hinsichtlich möglicher Marktmanipulationen und der Auswirkungen der Fusion auf den Wettbewerb. Angesichts des enormen finanziellen Umfangs und der Größe der beteiligten Medienunternehmen bekam die Auseinandersetzung damit auch eine wettbewerbsrechtliche Dimension.

Die Klage konnte den Zusammenschluss allerdings nicht dauerhaft verhindern. Ende September billigte ein Gericht einen Vergleich zwischen Paramount und den klagenden Bundesstaaten.

Damit war der Weg für den Abschluss der Transaktion frei.

Ein neuer Machtblock im Medienmarkt

Mit der abgeschlossenen Übernahme bündelt Paramount nun die Kräfte mit einem der größten Medienkonzerne der USA. Warner Bros. Discovery verfügt über zahlreiche bekannte Medien- und Unterhaltungsangebote, während Paramount ebenfalls zu den bedeutenden Akteuren der Branche gehört.

Die Übernahme fällt zudem in eine Phase, in der sich das internationale Unterhaltungsgeschäft grundlegend verändert. Streamingplattformen, klassische Fernsehsender und große Medienkonzerne konkurrieren zunehmend um dieselben Zuschauer und Inhalte.

Dass Netflix ursprünglich 83 Milliarden Dollar für Warner Bros. Discovery geboten hatte und Paramount schließlich 111 Milliarden Dollar auf den Tisch legte, verdeutlicht zugleich den hohen strategischen Wert, den der Konzern für die großen Player der Branche besitzt.

Kritiker behalten die Medienpolitik im Blick

Die juristische Auseinandersetzung ist mit dem Abschluss der Übernahme zwar beendet, die Diskussion über die möglichen Folgen des Zusammenschlusses dürfte jedoch weitergehen. Im Zentrum steht insbesondere die Frage, wie sich die neue Eigentümerstruktur auf die Medienangebote und deren redaktionelle Unabhängigkeit auswirkt.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei weiterhin CNN und anderen Sendern unter dem Dach von Warner Bros. Discovery. Die Kritiker hatten gerade bei diesen Medienmarken mögliche Auswirkungen auf die journalistische Unabhängigkeit befürchtet.

Gleichzeitig zeigt der Abschluss der 111-Milliarden-Dollar-Transaktion, welche Größenordnung die aktuelle Konzentration im internationalen Mediengeschäft erreicht hat.

nicht verpassen