SPD stürzt ab, AfD setzt sich fest an die Spitze

Juni 2, 2026
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Eine neue Umfrage verschärft die Krise der Regierungsparteien

Die jüngste Erhebung der Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung ist für die politische Landschaft in Deutschland ein schwerer Einschnitt. Vor allem für die SPD kommt das Ergebnis einer Demütigung gleich. Die Sozialdemokraten fallen auf nur noch 11 Prozent und erreichen damit den niedrigsten jemals gemessenen Wert in einer bundesweiten Umfrage. Gleichzeitig baut die AfD ihre Spitzenposition weiter aus und liegt nun bei 27 Prozent. Die CDU/CSU rutscht auf 23 Prozent ab.

Damit wird nicht nur eine Momentaufnahme sichtbar, sondern eine tektonische Verschiebung im Parteiensystem. Die AfD ist nun bei allen acht großen Umfrageinstituten stärkste Kraft. Der Vorsprung auf die Union schwankt je nach Institut zwischen einem und sieben Prozentpunkten. Was vor wenigen Jahren noch als Ausnahme gegolten hätte, hat sich inzwischen zu einem neuen Normalzustand entwickelt.

Die AfD wächst weiter, die Union verliert erneut

Besonders auffällig ist die Entwicklung an der Spitze. Die AfD gewinnt im Vergleich zur vorherigen GMS-Erhebung vom 3. März noch einmal drei Prozentpunkte hinzu und kommt auf 27 Prozent. Die Union verliert im selben Zeitraum drei Punkte und fällt auf 23 Prozent.

Diese gegenläufige Bewegung ist politisch brisant. Denn sie zeigt, dass die AfD nicht nur von allgemeiner Unzufriedenheit profitiert, sondern ihren Vorsprung aktiv ausbaut, während die Union als größte Regierungspartei weiter an Bindekraft verliert. Für die CDU/CSU ist das besonders unerquicklich, weil sie damit nicht nur hinter der AfD zurückbleibt, sondern auch immer weniger als dominierende Kraft der politischen Mitte erscheint.

Die SPD erlebt einen historischen Absturz

Noch dramatischer ist die Lage bei der SPD. Die Partei büßt in der Umfrage gleich fünf Prozentpunkte ein und landet bei nur noch 11 Prozent. Damit fällt sie auf den tiefsten Stand, der jemals in einer bundesweiten Umfrage für die Sozialdemokraten gemessen wurde.

Das ist nicht einfach nur ein schwacher Wert. Es ist ein politischer Absturz von historischem Ausmaß. Eine Partei, die einst zu den prägenden Volksparteien der Bundesrepublik gehörte, wird damit auf das Niveau einer kleineren Mittelfeldpartei gedrückt. Für die SPD ist das deshalb so bitter, weil sie nicht nur schwach abschneidet, sondern ihre Sonderstellung endgültig zu verlieren droht.

Die Sozialdemokraten rutschen auf Augenhöhe mit der Linken

Besonders demütigend ist, dass die SPD in dieser Erhebung nur noch gleichauf mit der Linken liegt. Auch die Linke kommt auf 11 Prozent. Damit teilen sich beide Parteien den vierten Platz. Die Sozialdemokraten stehen also erstmals nicht nur klar hinter AfD, Union und Grünen, sondern müssen sich auch noch denselben Wert mit einer Partei teilen, die lange weit hinter ihnen lag.

Viel fehlt damit nicht mehr, und die SPD wäre nur noch die fünftstärkste Kraft im Land. Für eine Regierungspartei ist das ein verheerendes Signal. Es zeigt, wie tief der Vertrauensverlust inzwischen reicht.

Die Grünen profitieren und setzen sich klar ab

Zu den klaren Gewinnern der Erhebung zählen die Grünen. Sie legen um vier Prozentpunkte zu und erreichen 16 Prozent. Damit liegen sie mit deutlichem Abstand vor der SPD und sichern sich Platz drei.

Diese Entwicklung ist politisch aufschlussreich. Während die SPD abstürzt, können die Grünen offenkundig Wähler für sich gewinnen und sich als stärkere Kraft im linken und progressiven Spektrum behaupten. Der Abstand von fünf Punkten zwischen Grünen und SPD macht deutlich, wie weit sich das Kräfteverhältnis innerhalb dieses politischen Lagers bereits verschoben hat.

Die FDP schöpft wieder Hoffnung

Für die FDP liefert die Umfrage dagegen ein seltenes Erfolgssignal. Die Liberalen verbessern sich um zwei Prozentpunkte auf fünf Prozent. Damit würden sie die Sperrklausel wieder überwinden und in den Bundestag einziehen.

Das ist besonders bemerkenswert, weil die FDP damit laut GMS erstmals seit August 2024 wieder an der Schwelle zur parlamentarischen Rückkehr steht. Kurz nach der Wahl von Wolfgang Kubicki zum neuen Vorsitzenden kann die Partei also zumindest einen kleinen Auftrieb verbuchen. Allerdings bleibt ein wichtiger Vorbehalt: GMS ist derzeit das einzige Institut, das der FDP überhaupt wieder ein Kratzen an der Fünfprozentmarke zutraut. Von einer stabilen Rückkehr kann deshalb noch keine Rede sein.

Das BSW verliert weiter an Boden

Während die FDP zumindest einen Hoffnungsschimmer erkennt, rutscht das BSW noch tiefer ab. Die Partei kommt nur noch auf zwei Prozent. Damit entfernt sie sich immer weiter von jeder realistischen Chance auf parlamentarisches Gewicht.

Auch das zeigt, wie hart der Konkurrenzkampf im kleineren Parteienfeld inzwischen geworden ist. Während einige Parteien leicht zulegen oder sich stabilisieren, drohen andere fast ganz aus dem öffentlichen Relevanzraum zu verschwinden.

Die alten Volksparteien wirken ausgehöhlt

Besonders drastisch ist der Blick auf die gemeinsame Bilanz von Union und SPD. Zusammen kommen beide Parteien nur noch auf 34 Prozent. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 hatten sie noch 44,9 Prozent erreicht.

Das bedeutet einen Verlust von 10,9 Prozentpunkten seit der Wahl. Für die beiden einstigen Volksparteien ist das ein Alarmsignal. Über Jahrzehnte hinweg prägten Union und SPD das politische Zentrum der Republik. Nun erreichen sie zusammen nur noch gut ein Drittel der Stimmen. Das ist nicht bloß ein schwacher Wert, sondern ein Ausdruck tiefgreifender Erosion.

Die Umfrage markiert mehr als nur eine Stimmungsschwankung

Die GMS-Erhebung wurde vom 27. Mai bis 1. Juni unter 1.023 Wahlberechtigten durchgeführt, telefonisch und online. Schon allein die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Die AfD verfestigt ihre Spitzenposition, die Union verliert, die SPD kollabiert, die Grünen gewinnen an Gewicht und die FDP kratzt wieder an der Rückkehr.

  • AfD bei 27 Prozent
  • CDU/CSU bei 23 Prozent
  • Grüne bei 16 Prozent
  • SPD bei 11 Prozent
  • Linke bei 11 Prozent
  • FDP bei 5 Prozent
  • BSW bei 2 Prozent

Gerade die Kombination dieser Entwicklungen macht die Brisanz aus. Es geht nicht um einen einzelnen Ausreißer, sondern um ein Bild, in dem die politische Statik der Bundesrepublik weiter ins Rutschen gerät. Die AfD steht oben, die SPD fällt auf einen historischen Tiefpunkt, und die traditionellen Machtzentren wirken so schwach wie lange nicht.

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