Großbäckerei schließt Werke in Nordhausen und Gerolzhofen

Oktober 26, 2026
Großbäckerei schließt Werke in Nordhausen und Gerolzhofen

Der Schweizer Tiefkühlbackwarenhersteller Aryzta zieht sich aus zwei deutschen Produktionsstandorten zurück. Geschlossen werden die Werke in Nordhausen in Thüringen und Gerolzhofen in Bayern. Hunderte Beschäftigte sind von der Entscheidung betroffen.

Künftig will der Konzern seine Produktion stärker am Standort Eisleben in Sachsen-Anhalt konzentrieren. Gleichzeitig soll das Sortiment für den deutschen Markt verkleinert und stärker auf Produkte mit höheren Margen ausgerichtet werden. Die Umstrukturierung soll im Verlauf der Jahre 2026 und 2027 weitgehend umgesetzt werden.

Hunderte Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

Wie viele Beschäftigte exakt von den Schließungen betroffen sind, ist bislang nicht einheitlich angegeben.

Auf der Unternehmensseite werden für Nordhausen 200 Mitarbeiter und für Gerolzhofen 300 Mitarbeiter genannt.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) nennt dagegen niedrigere Zahlen:

  • Nordhausen: rund 170 Beschäftigte
  • Gerolzhofen: rund 270 Beschäftigte

Damit wären nach Gewerkschaftsangaben insgesamt etwa 440 Menschen direkt betroffen.

Der Konzern machte bislang keine konkreten Angaben dazu, welche Perspektiven den Mitarbeitern angeboten werden.

Unklarheit über Angebote für Beschäftigte

Offen ist insbesondere, ob Arbeitnehmer aus Nordhausen und Gerolzhofen Stellen am künftig wichtigeren Produktionsstandort Eisleben angeboten bekommen.

Auch zu möglichen Sozialplänen, Versetzungen oder anderen Unterstützungsmaßnahmen liegen aus dem vorgegebenen Material keine konkreten Angaben vor.

Für die Beschäftigten bleibt damit zunächst ungewiss, wie es nach der geplanten Stilllegung der beiden Werke weitergeht.

Eisleben soll zum zentralen Standort werden

Aryzta will seine Produktion in Deutschland künftig stärker bündeln.

Der Standort Eisleben in Sachsen-Anhalt soll dabei eine zentrale Rolle übernehmen.

Durch die Zusammenlegung von Produktionskapazitäten versucht der Konzern, seine Strukturen effizienter zu gestalten und Kosten zu senken.

Weniger Standorte bedeuten in der Regel:

  • geringere Fixkosten
  • eine stärkere Auslastung einzelner Werke
  • vereinfachte Logistik
  • weniger parallele Produktionsstrukturen
  • konzentriertere Investitionen

Die Werksschließungen sind damit Teil einer umfassenderen Neuordnung des Deutschland-Geschäfts.

Sortiment in Deutschland wird verkleinert

Parallel zur Standortbereinigung will Aryzta sein Angebot für den deutschen Markt reduzieren.

Produkte mit kleinen Produktionsmengen sollen aus dem Sortiment genommen werden.

Stattdessen will sich der Konzern stärker auf Artikel konzentrieren, die wirtschaftlich attraktiver sind und höhere Erträge ermöglichen.

Damit verändert Aryzta nicht nur seine Produktionsstruktur, sondern auch sein Produktportfolio.

Im Mittelpunkt stehen künftig stärker:

  • größere Produktionsvolumen
  • profitablere Produktgruppen
  • effizientere Abläufe
  • weniger Kleinserien

Der Konzern versucht damit, die Wirtschaftlichkeit des Deutschland-Geschäfts zu verbessern.

Umbau soll bis 2027 weitgehend abgeschlossen sein

Die geplanten Veränderungen werden nicht sofort vollständig umgesetzt.

Aryzta will die Maßnahmen im Verlauf der Jahre 2026 und 2027 weitgehend abschließen.

Damit erstreckt sich der Umbau über mehrere Geschäftsperioden.

Neben den Werksschließungen dürfte die Produktionsverlagerung nach Eisleben organisatorisch besonders anspruchsvoll sein, da Maschinen, Kapazitäten und Lieferketten neu aufeinander abgestimmt werden müssen.

Aryzta erwartet 300 Millionen Euro operativen Gewinn

Trotz der Einschnitte in Deutschland rechnet der Konzern weltweit mit einem erheblichen operativen Ergebnis.

Für das laufende Jahr prognostiziert Aryzta ein Ebitda von rund 300 Millionen Euro.

Das Ebitda bezeichnet den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen und gibt einen Hinweis auf die operative Ertragskraft eines Unternehmens.

Die Restrukturierung in Deutschland erfolgt damit nicht vor dem Hintergrund eines unmittelbar ausgewiesenen Konzernverlusts, sondern soll offenbar die Profitabilität weiter erhöhen.

Aktionäre sollen ab 2027 wieder profitieren

Ab 2027 sollen nach den Plänen des Unternehmens auch die Anteilseigner wieder stärker am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt werden.

Denkbar ist unter anderem die Wiederaufnahme von Dividendenzahlungen.

Konkrete Details zur Höhe oder zur genauen Form der Ausschüttungen wurden bislang nicht genannt.

Die Ankündigung zeigt jedoch, dass der Konzern seine Finanzlage offenbar soweit stabilisieren will, dass wieder Kapital an die Aktionäre zurückgegeben werden kann.

Nordhausen blickt auf mehr als 20 Jahre Produktion zurück

Besonders einschneidend ist die Entscheidung für den Standort Nordhausen.

Dort werden seit mehr als 20 Jahren Backwaren produziert.

Zum Sortiment gehören unter anderem:

  • Brötchen
  • Ciabatta
  • Pfannkuchen

Im Jahr 2013 übernahm die Schweizer Aryzta AG den Standort von der Großbäckerei Klemme.

Damit endet dort nach mehr als zwei Jahrzehnten die industrielle Backwarenproduktion unter der bisherigen Struktur.

Aryzta beliefert Handel und Gastronomie

In Deutschland firmiert das Unternehmen unter dem Namen Aryzta Bakeries Deutschland GmbH.

Die hergestellten Tiefkühlbackwaren werden nicht nur an einen einzelnen Vertriebskanal geliefert.

Zu den Abnehmern zählen unter anderem:

  • Großhändler
  • Einzelhändler
  • Gastronomiebetriebe

Damit ist Aryzta vor allem im Geschäft mit professionellen Abnehmern und großen Vertriebspartnern aktiv.

Konzern setzt auf weniger Standorte und mehr Effizienz

Die geplanten Schließungen zeigen deutlich, in welche Richtung sich das Deutschland-Geschäft entwickeln soll.

Aryzta setzt künftig auf:

  • weniger Produktionsstätten
  • stärkere Konzentration auf Eisleben
  • ein kleineres Sortiment
  • größere Produktionsmengen
  • profitablere Produkte

Die Strategie zielt darauf ab, die vorhandenen Kapazitäten stärker zu bündeln und weniger rentable Strukturen abzubauen.

Für die betroffenen Regionen bedeutet dies allerdings den Verlust langjähriger Produktionsstandorte und zahlreicher Arbeitsplätze.

Deutschland-Geschäft wird grundlegend neu geordnet

Mit der Schließung von Nordhausen und Gerolzhofen verändert Aryzta seine Produktionslandschaft in Deutschland erheblich.

Während das Unternehmen seine operative Struktur verschlankt, soll Eisleben an Bedeutung gewinnen.

Gleichzeitig sollen kleinere Produktionsserien verschwinden und das Sortiment stärker an der Profitabilität ausgerichtet werden.

Für die Beschäftigten bleibt vor allem entscheidend, ob es Versetzungsangebote, neue Stellen in Eisleben oder andere Übergangslösungen geben wird. Dazu hat das Unternehmen bislang keine konkreten Angaben gemacht.

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