Generali schließt Standort Nürnberg bis 2030

Oktober 26, 2026
Generali schließt Standort Nürnberg bis 2030

Die Generali Deutschland AG plant einen tiefgreifenden Umbau ihrer Standorte und internen Strukturen. Besonders betroffen ist Nürnberg: Der bisherige Standort soll vollständig aufgegeben werden. Die dort beschäftigten Teams sollen nach den derzeitigen Plänen nach München verlagert werden.

Parallel dazu will der Versicherungskonzern bis Ende 2030 bundesweit rund 800 Arbeitsplätze abbauen. Nach Angaben des Unternehmens soll dieser Abbau möglichst ohne klassische betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Vorgesehen sind unter anderem freiwillige Altersmodelle, anstehende Renteneintritte und natürliche Fluktuation.

Nürnberg verliert seinen Generali-Standort

Für Nürnberg bedeutet die neue Strategie einen deutlichen Einschnitt.

Der dortige Generali-Standort soll vollständig geschlossen werden. Die bislang in Nürnberg tätigen Beschäftigten sollen künftig dem geplanten Regionalzentrum in München zugeordnet werden.

Wie viele Mitarbeiter konkret von der Schließung betroffen sind, hat das Unternehmen bislang nicht genannt.

Die genauen Bedingungen der Verlagerung sollen mit dem Konzernbetriebsrat verhandelt werden.

Fünf Regionalzentren sollen künftig genügen

Generali will seine bisherige Standortstruktur deutlich konzentrieren.

Künftig sind fünf große Regionalzentren vorgesehen:

  • München
  • Köln
  • Karlsruhe
  • Hamburg
  • Saarbrücken

Zusätzlich sollen die Spezialstandorte Frankfurt, Leipzig und Berlin erhalten bleiben.

Mehrere bisher getrennte Teams werden zusammengeführt.

Dabei sollen Beschäftigte aus:

  • Aachen und Köln künftig in Köln gebündelt werden
  • Nürnberg und München künftig in München arbeiten
  • Stuttgart und Karlsruhe künftig in Karlsruhe zusammengeführt werden

Damit reduziert Generali die Zahl der größeren Standorte deutlich.

800 Arbeitsplätze sollen bis 2030 wegfallen

Neben der Standortbereinigung plant Generali einen erheblichen Stellenabbau.

Bis Ende 2030 soll der Umfang von rund 800 Arbeitsplätzen entfallen.

Der Konzern betont, dass dies möglichst sozialverträglich erfolgen soll.

Geplant sind vor allem:

  • freiwillige Altersinstrumente
  • Nutzung bevorstehender Renteneintritte
  • natürliche Fluktuation
  • interne Veränderungen

Gleichzeitig kündigt Generali an, weiterhin gezielt neue Beschäftigte mit sogenannten Zukunftskompetenzen einzustellen.

Damit soll der Personalbestand stärker an digitale und technologische Anforderungen angepasst werden.

Konzern verweist auf veränderte Arbeitswelt

Als einen wichtigen Grund für die neue Standortstrategie nennt Generali die zunehmende Bedeutung hybrider Arbeitsmodelle.

Wenn Beschäftigte häufiger mobil oder im Homeoffice arbeiten, verlieren große Büroflächen an Bedeutung.

Der Konzern will deshalb Gebäudekosten reduzieren und gleichzeitig die Zusammenarbeit in größeren regionalen Einheiten stärken.

Ziel ist es, die Organisation effizienter und wettbewerbsfähiger zu machen.

Generali setzt auf stärkere Zentralisierung

Die Veränderungen betreffen nicht nur Gebäude und Personal.

Auch organisatorisch will Generali stärker bündeln.

Fachwissen im Geschäftsbereich Exclusive soll künftig in bundesweit vernetzten, nach Sparten geordneten Centern konzentriert werden.

Zusätzlich ist ein zentrales Servicecenter vorgesehen.

Die Generali Deutschland Services soll sich künftig stärker auf versicherungsnahe Tätigkeiten konzentrieren.

Einzelne Aufgaben könnten dagegen an spezialisierte externe Partner übertragen werden.

CEO sieht weiteren Transformationsbedarf

Generali-Chef Stefan Lehmann verweist auf den schnellen Wandel innerhalb der Versicherungsbranche.

Er erklärte wörtlich:

„Wer in diesem herausfordernden Umfeld unternehmerisch langfristig erfolgreich sein möchte, muss bereit sein, Transformation aktiv zu gestalten und in Wachstum zu investieren.“

Nach Angaben des Unternehmens sollen die geplanten Maßnahmen die Grundlage dafür schaffen, auch künftig profitabel zu wachsen.

Die bisherige Transformation habe bereits Wirkung gezeigt, dennoch seien weitere Veränderungen notwendig.

Generali ist einer der größten Versicherer Deutschlands

Die Generali Deutschland AG bündelt als Holding rund 20 Versicherungsunternehmen.

Sie gehört vollständig zur italienischen Assicurazioni Generali.

Mit Beitragseinnahmen von rund 15,5 Milliarden Euro und mehr als 9 Millionen Kunden zählt die Gruppe zu den größten Erstversicherern in Deutschland.

Zum Konzern gehören bekannte Marken wie:

  • Generali
  • CosmosDirekt
  • Dialog
  • Advocard
  • Central Kranken

Das Geschäft umfasst unter anderem Lebens-, Kranken- sowie Schaden- und Unfallversicherungen.

Dreistelliger Millionenbetrag für Digitalisierung

Parallel zum Stellenabbau plant Generali erhebliche Investitionen.

Ein dreistelliger Millionenbetrag soll in die Modernisierung der IT sowie in Digitalisierung und Künstliche Intelligenz fließen.

Weitere Investitionen sind vorgesehen für:

  • neue digitale Systeme
  • Künstliche Intelligenz
  • Weiterbildung der Beschäftigten
  • freiwillige Sozialleistungen
  • Markenentwicklung
  • Partnerschaften
  • die neue Konzernzentrale in München

Damit verbindet der Konzern Kostensenkungen mit einem umfangreichen Modernisierungsprogramm.

Neue Zentrale entsteht im Münchner Werksviertel

München gewinnt im Zuge des Umbaus deutlich an Bedeutung.

Neben der Zusammenführung der Teams aus Nürnberg und München entsteht dort auch eine neue Konzernzentrale im Werksviertel.

Damit wird München künftig einer der wichtigsten Standorte innerhalb der deutschen Generali-Struktur.

Die Bündelung soll sowohl die Zusammenarbeit erleichtern als auch Doppelstrukturen reduzieren.

Beschäftigte sollen Planungssicherheit erhalten

Personalvorstand Arne Benzin betonte, dass die Veränderungen möglichst frühzeitig kommuniziert werden sollen.

Generali will den Beschäftigten nach eigenen Angaben eine Arbeitsplatz- und Standortgarantie bis Ende 2030 geben.

Gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung sollen faire und verantwortungsvolle Lösungen entwickelt werden.

Damit versucht der Konzern, die erheblichen Veränderungen langfristig planbar zu gestalten.

Technologischer Wandel verändert Personalbedarf

Die geplanten Einschnitte stehen auch im Zusammenhang mit neuen Technologien.

Generali erwartet durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz deutliche Produktivitätssteigerungen.

Dadurch sollen künftig bestimmte Aufgaben mit weniger Personal erledigt werden können.

Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen an Beschäftigte.

Der Konzern will deshalb gezielt Mitarbeiter einstellen, die über Fähigkeiten in Bereichen wie Digitalisierung, Datenverarbeitung und technologischer Entwicklung verfügen.

Nürnberg wird Teil eines größeren Strukturwandels

Mit der Schließung des Standorts Nürnberg verliert Franken einen weiteren größeren Unternehmensstandort.

Für Generali ist die Entscheidung Teil einer deutschlandweiten Neuordnung.

Das bisherige Netz aus zahlreichen Standorten wird durch wenige größere Regionalzentren ersetzt.

Während München, Köln, Karlsruhe, Hamburg und Saarbrücken künftig eine stärkere Rolle übernehmen, werden kleinere Standorte aufgegeben oder zusammengeführt.

Bis Ende 2030 soll dieser Umbau weitgehend abgeschlossen sein.

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