Millionen VW-Fahrzeuge wegen Lenkung zurückgerufen

September 25, 2026
Millionen VW-Fahrzeuge wegen Lenkung zurückgerufen

Korrosionsproblem betrifft mehrere Konzernmarken

Der Volkswagen-Konzern steht vor einem der größten Rückrufe seiner jüngeren Geschichte. Weltweit müssen mehr als vier Millionen Fahrzeuge überprüft und gegebenenfalls repariert werden. Betroffen sind nicht nur Modelle der Marke Volkswagen, sondern auch Fahrzeuge von Audi, Škoda und Seat.

Auslöser ist ein technisches Problem an der Lenkung. Bei den betroffenen Fahrzeugen kann eine Schraube verbaut sein, die nicht ausreichend gegen Korrosion geschützt ist. Im ungünstigsten Fall könnte die Schraube brechen und dadurch die Lenkfunktion beeinträchtigt werden.

Die Dimension des Rückrufs ist erheblich: Nach den vorliegenden Angaben entfallen rund 2,1 Millionen Fahrzeuge auf Volkswagen. Weitere etwa zwei Millionen Autos gehören zu den Konzernmarken.

Deutschland besonders stark betroffen

Auch der deutsche Fahrzeugbestand ist in großem Umfang betroffen. Allein bei der Marke Volkswagen müssen hierzulande rund 900.000 Fahrzeuge berücksichtigt werden.

Werden die Konzernmarken einbezogen, steigt die Zahl auf etwa 1,3 Millionen Fahrzeuge in Deutschland. Damit entfällt ein erheblicher Anteil des gesamten Rückrufs auf den deutschen Markt.

Die betroffenen Autos stammen aus einem langen Produktionszeitraum. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) geht es bei mehreren Volkswagen-Modellen um Fahrzeuge, die zwischen dem 24. September 2013 und dem 1. Juli 2024 hergestellt wurden.

Diese VW-Modelle sind betroffen

Bei Volkswagen erstreckt sich der Rückruf auf mehrere weit verbreitete Baureihen. Dazu gehören:

  • Tiguan
  • Touran
  • Golf Variant
  • Caddy
  • Golf

Die große Zeitspanne zwischen den genannten Produktionsdaten zeigt, dass es sich nicht lediglich um eine kleine Zahl neuer Fahrzeuge handelt. Vielmehr reicht der betroffene Fahrzeugbestand über mehr als ein Jahrzehnt.

Entscheidend ist dabei nicht allein das Alter eines Fahrzeugs. Maßgeblich ist, ob in dem jeweiligen Modell die betreffende Schraube verbaut wurde und ob das Fahrzeug damit in den Rückruf fällt.

Eine Schraube wird zum Sicherheitsrisiko

Im Mittelpunkt steht ein Bauteil des Lenkgetriebes. Die betreffende Schraube soll nach den vorliegenden Informationen nicht ausreichend gegen Korrosion geschützt sein.

Korrosion kann die Stabilität eines Bauteils über längere Zeit beeinträchtigen. Im äußersten Fall besteht die Gefahr, dass die Schraube bricht und dadurch die Lenkung ausfällt.

Für Autofahrer ist das Problem deshalb sicherheitsrelevant. Eine eingeschränkte oder ausfallende Lenkfunktion kann insbesondere während der Fahrt erhebliche Risiken verursachen.

Bislang sind im Zusammenhang mit diesem konkreten Problem allerdings keine Sach- oder Personenschäden bekannt. Der Rückruf dient damit insbesondere dazu, ein mögliches Sicherheitsrisiko zu beseitigen, bevor es zu entsprechenden Folgen kommt.

Auch Audi, Škoda und Seat betroffen

Das Problem beschränkt sich nicht auf Volkswagen. Weil verschiedene Marken auf Komponenten und technische Plattformen des Konzerns zurückgreifen, erstreckt sich die Rückrufaktion auch auf Audi, Škoda und Seat.

Beim Audi Q3 nennt das Kraftfahrt-Bundesamt weltweit knapp 700.000 potenziell betroffene Fahrzeuge.

Für Škoda wird unter Berufung auf Konzernkreise eine Größenordnung von etwa 1,2 bis 1,5 Millionen Fahrzeugen genannt. Bei Seat soll es sich um ungefähr 224.000 Autos handeln.

Zusammengenommen ergibt sich daraus eine weltweite Größenordnung von etwa 4,28 bis 4,58 Millionen Fahrzeugen.

Reparatur soll korrosionsbeständiges Teil bringen

Bei den betroffenen Fahrzeugen muss die beanstandete Schraube fachgerecht ausgetauscht werden. Vorgesehen ist ein korrosionsresistentes Ersatzteil, das das bestehende Problem beseitigen soll.

Die Reparatur ist für die Halter allerdings mit einem finanziellen Aspekt verbunden. Nach den vorliegenden Informationen müssen die Kosten von den Fahrzeughaltern getragen werden.

Für Besitzer eines möglicherweise betroffenen Fahrzeugs ist daher zunächst entscheidend, feststellen zu lassen, ob ihr konkretes Auto tatsächlich unter die Rückrufaktion fällt.

Rückruf fällt in schwierige Phase für VW

Die technische Panne trifft den Volkswagen-Konzern in einer wirtschaftlich angespannten Situation. Der Konzern kämpft bereits mit erheblichen Herausforderungen und steht gleichzeitig unter Druck, seine Kostenstrukturen zu verändern.

Dabei geht es nicht nur um einzelne technische Probleme. Volkswagen muss seine Wettbewerbsfähigkeit angesichts des tiefgreifenden Wandels der Automobilindustrie sichern. Die Umstellung auf neue Antriebstechnologien, hoher Kostendruck und Veränderungen auf wichtigen internationalen Märkten belasten den Konzern.

Der Rückruf kommt deshalb zu einem Zeitpunkt, an dem Volkswagen ohnehin besonders stark auf Kosten, Effizienz und Vertrauen in seine Marken achten muss.

Zukunftsplan 2030 sieht Stellenabbau vor

Um die wirtschaftliche Situation zu stabilisieren, verabschiedete der Aufsichtsrat Anfang September den sogenannten Zukunftsplan 2030.

Ein wesentlicher Bestandteil dieses Plans ist eine deutliche Verringerung der weltweiten Beschäftigtenzahl. Insgesamt sollen rund 50.000 Arbeitsplätze abgebaut werden.

Damit stehen bei Volkswagen zwei Entwicklungen gleichzeitig im Mittelpunkt: Einerseits muss der Konzern technische Sicherheitsprobleme bei Millionen Fahrzeugen bewältigen, andererseits läuft ein weitreichender Umbau des Unternehmens.

Der Rückruf betrifft somit nicht nur eine einzelne Fahrzeugbaureihe. Mit mehr als vier Millionen potenziell betroffenen Autos weltweit, davon rund 1,3 Millionen in Deutschland, erreicht die Aktion eine Größenordnung, die zahlreiche Kunden und mehrere Marken des Volkswagen-Konzerns betrifft.

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