Der chinesische Sportartikelkonzern Anta Sports ist nun offiziell mit 29,1 Prozent bei Puma eingestiegen. Damit wird das Unternehmen aus China zu einem der wichtigsten Anteilseigner des traditionsreichen deutschen Sportartikelherstellers aus Herzogenaurach. Der Vollzug der Beteiligung erfolgt mehr als acht Monate nach der ursprünglichen Ankündigung.
Anta übernimmt dabei das Aktienpaket der französischen Milliardärsfamilie Pinault. Für den Anteil zahlt der chinesische Konzern nach Angaben der Beteiligten mehr als 1,5 Milliarden Euro. Trotz der bedeutenden Beteiligung plant Anta nach derzeitiger Darstellung keine vollständige Übernahme von Puma.
Anta will Einfluss im Aufsichtsrat gewinnen
Die chinesische Unternehmensgruppe macht deutlich, dass sie sich nicht auf die Rolle eines rein finanziellen Investors beschränken möchte. Anta strebt eine Vertretung im Aufsichtsrat von Puma an und will damit auch bei wichtigen strategischen Entscheidungen stärker eingebunden werden.

Anta-Chef Ding Shizhong erklärte dazu: „Als langfristig orientierter Aktionär freuen wir uns darauf, unsere Erfahrungen und Fähigkeiten, insbesondere im Bereich Retail und im operativen Geschäft, einzubringen.“
Der chinesische Konzern verfügt insbesondere im asiatischen Einzelhandel über umfassende Erfahrung. Dieser Hintergrund könnte für Puma von Bedeutung sein, weil die deutsche Marke auf dem chinesischen Markt bislang weniger stark vertreten ist als einige ihrer wichtigsten Wettbewerber.
Anta sieht deshalb vor allem bei der Expansion in China erhebliche Möglichkeiten. Nach Einschätzung von Ding besitzt Puma „erhebliches langfristiges Potenzial“.
Puma soll eigenständig bleiben
Trotz des geplanten größeren Einflusses betont Anta, dass Puma nicht in den chinesischen Konzern eingegliedert werden soll. Die bestehende Unternehmensstruktur und die Positionierung der deutschen Marke sollen erhalten bleiben.

Ding Shizhong stellte ausdrücklich klar: „Gleichzeitig respektieren wir Pumas Unabhängigkeit und Markenidentität.“
Damit versucht Anta, mögliche Sorgen vor einer zu starken Einflussnahme zu zerstreuen. Die Marke Puma soll weiterhin eigenständig geführt werden und ihre internationale Identität behalten.
Auch ein Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre ist laut Anta derzeit nicht vorgesehen. Das Unternehmen bekräftigte, dass eine vollständige Übernahme aktuell nicht geplant sei.
Mehr als 1,5 Milliarden Euro für das Aktienpaket
Der Einstieg von Anta erfolgt durch den Erwerb der bisherigen Beteiligung der Familie Pinault. Das Paket umfasst 29,1 Prozent der Puma-Aktien und hat einen Wert von mehr als 1,5 Milliarden Euro.

Damit wechselt ein bedeutender Anteil des Unternehmens den Besitzer. Für Puma kommt der Einstieg in einer Phase, in der der Sportartikelhersteller unter wirtschaftlichem Druck steht und versucht, seine internationale Marktposition wieder zu stärken.
Anta wiederum erhält durch die Beteiligung Zugang zu einer weltweit bekannten Sportmarke mit langer Geschichte und starker Präsenz in Europa.
Der chinesische Konzern gehört selbst zu den größten Sportartikelunternehmen Asiens und verfügt über Erfahrung bei der Entwicklung und Führung verschiedener Marken.
Puma wertet Beteiligung als Vertrauenssignal
Puma selbst begrüßt den Einstieg ausdrücklich. Vorstandschef Arthur Höld sieht in der Beteiligung einen Beleg dafür, dass Anta an die langfristige Ausrichtung des Unternehmens glaubt.
Höld erklärte: „Für uns ist das langfristige Engagement von Anta Sports ein großer Vertrauensbeweis in unsere Strategie, unser Managementteam und unsere Zukunft.“
Puma steht vor der Aufgabe, seine Position im internationalen Wettbewerb wieder auszubauen. Der Konzern konkurriert insbesondere mit Nike und Adidas, die den globalen Sportartikelmarkt seit Jahren dominieren.
Höld verfolgt dabei ein ambitioniertes Ziel: Puma soll langfristig wieder zum drittgrößten Sportartikelhersteller der Welt aufsteigen und damit direkt hinter Nike und Adidas liegen.
Anta setzt auf bestehendes Management
Der chinesische Großaktionär signalisiert zugleich, dass er keinen grundsätzlichen Kurswechsel bei Puma anstrebt. Anta zeigt sich mit der bisherigen Führung und den strategischen Plänen des Unternehmens zufrieden.
Ding Shizhong erklärte: „Wir haben volles Vertrauen in das Managementteam und die strategische Ausrichtung.“
Damit erhält die derzeitige Puma-Führung Rückendeckung von ihrem neuen Großaktionär. Anta scheint zunächst darauf zu setzen, bestehende Pläne zu unterstützen und eigenes Know-how vor allem dort einzubringen, wo der Konzern besondere Erfahrung besitzt.
Dazu gehören insbesondere der Einzelhandel, operative Abläufe und das Geschäft in China.
China könnte für Puma wichtiger werden
Der chinesische Markt dürfte bei der künftigen Zusammenarbeit eine zentrale Rolle spielen. Puma ist dort bislang weniger stark vertreten als einige andere internationale Sportartikelmarken.
Anta verfügt dagegen über umfassende Marktkenntnisse, Vertriebskanäle und operative Erfahrung in China. Dieses Wissen könnte Puma dabei helfen, seine Präsenz in einem der weltweit größten Absatzmärkte für Sportbekleidung und Sportschuhe auszubauen.
Gerade der Einzelhandel ist dabei von großer Bedeutung. Anta hat über Jahre hinweg eigene Vertriebsstrukturen aufgebaut und kennt die Besonderheiten des chinesischen Konsumgütermarktes.
Für Puma könnte diese Expertise neue Wachstumsmöglichkeiten eröffnen, ohne dass das Unternehmen dafür seine Eigenständigkeit aufgeben müsste.
Beteiligung verändert Pumas Eigentümerstruktur
Mit dem abgeschlossenen Anteilserwerb verschiebt sich die Aktionärsstruktur bei Puma deutlich. Anta hält nun 29,1 Prozent und besitzt damit eine Beteiligung, die dem Konzern erhebliches Gewicht verschafft.
Gleichzeitig bleibt der Anteil unterhalb einer vollständigen Kontrolle des Unternehmens. Anta tritt damit zunächst als strategischer Großaktionär auf.
Die geplante Vertretung im Aufsichtsrat zeigt jedoch, dass das chinesische Unternehmen seine Rolle aktiv ausfüllen will. Entscheidungen über wichtige Investitionen, internationale Expansion und strategische Prioritäten dürften künftig auch unter Beteiligung des neuen Großaktionärs diskutiert werden.
Puma kämpft um stärkere Position im Weltmarkt
Der Einstieg erfolgt in einer wichtigen Phase für Puma. Die Marke befindet sich im internationalen Wettbewerb mit erheblich größeren Rivalen und will ihre Marktstellung verbessern.
Vorstandschef Arthur Höld hat das Ziel ausgegeben, Puma wieder dauerhaft hinter Nike und Adidas als Nummer drei der weltweiten Sportartikelbranche zu etablieren.
Dabei könnten die finanziellen Möglichkeiten und die Marktkenntnisse von Anta eine zusätzliche Unterstützung darstellen. Vor allem in Asien eröffnet die neue Beteiligung strategische Optionen.
Gleichzeitig wird entscheidend sein, wie stark Anta tatsächlich in operative Entscheidungen eingreift und wie Puma seine eigene Markenidentität innerhalb dieser neuen Eigentümerstruktur bewahrt.
Mit einem Anteil von 29,1 Prozent, einem Kaufpreis von mehr als 1,5 Milliarden Euro und dem angestrebten Sitz im Aufsichtsrat ist Anta jedenfalls zu einem der zentralen Akteure in der weiteren Entwicklung von Puma geworden.