Der US-Drohnenspezialist Red Cat will den österreichischen Motorenhersteller Steyr Motors übernehmen. Für das Unternehmen bietet Red Cat insgesamt rund 205 Millionen Euro. Geplant ist ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot an die Aktionäre.
Je Aktie sollen 39,00 Euro in bar gezahlt werden. Das Angebot liegt damit knapp 29 Prozent über dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Die Börse reagierte deutlich: Die Aktie von Steyr Motors legte um 21,6 Prozent auf 36,80 Euro zu.

Angebot sieht 39 Euro je Aktie vor
Red Cat will die Übernahme über eine Tochtergesellschaft abwickeln. Der gebotene Preis von 39,00 Euro je Steyr-Motors-Aktie stellt einen erheblichen Aufschlag gegenüber dem vorherigen Börsenkurs dar.
Die wichtigsten Eckdaten des geplanten Geschäfts:
- Gesamtwert des Angebots: rund 205 Millionen Euro
- Angebotspreis: 39,00 Euro je Aktie
- Aufschlag auf den Freitagsschlusskurs: knapp 29 Prozent
- Kursanstieg der Steyr-Motors-Aktie: 21,6 Prozent
- neuer Aktienkurs: 36,80 Euro
- bereits gesichertes Aktienpaket: rund 15 Prozent
Damit nähert sich der Börsenkurs bereits deutlich dem gebotenen Übernahmepreis an.
Aktie reagiert mit kräftigem Kursgewinn
Die Ankündigung sorgte unmittelbar für starke Nachfrage nach der Aktie von Steyr Motors.
Das Papier gewann 21,6 Prozent und stieg auf 36,80 Euro. Damit blieb der Kurs zwar noch unter den von Red Cat angebotenen 39,00 Euro, der Abstand verringerte sich jedoch deutlich.
Dass eine Aktie nach Bekanntwerden eines Übernahmeangebots stark steigt, ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Anleger orientieren sich in solchen Situationen häufig am gebotenen Kaufpreis.
Solange das Geschäft jedoch noch nicht abgeschlossen ist, bleibt üblicherweise ein Abstand zwischen aktuellem Börsenkurs und Übernahmeangebot bestehen.
Red Cat sichert sich bereits 15 Prozent
Die US-Seite hat sich bereits vor Abschluss des öffentlichen Angebots einen bedeutenden Anteil an Steyr Motors gesichert.
Eine Tochtergesellschaft von Red Cat erhält ein Aktienpaket von rund 15 Prozent von der B&C Holding Österreich.
Damit startet Red Cat nicht bei null, sondern verfügt bereits über eine relevante Beteiligung, bevor die übrigen Aktionäre über das Angebot entscheiden.
Die B&C-Gruppe will den Übernahmeprozess unterstützen und ihre Anteile veräußern.
B&C unterstützt den geplanten Verkauf
Die B&C-Gruppe spielte bereits beim Börsengang von Steyr Motors eine wichtige Rolle.
Beim IPO im Jahr 2024 trat sie als Ankeraktionärin auf und gehörte damit zu den bedeutenden Investoren des Unternehmens.
Nun stellt sich B&C hinter die geplante Übernahme durch Red Cat.
Dass ein bestehender Großaktionär das Angebot unterstützt, kann den Übernahmeprozess erheblich erleichtern. Gleichzeitig erhält Red Cat durch den Erwerb des 15-Prozent-Pakets frühzeitig eine solide Ausgangsposition.
Steyr Motors baut spezialisierte Motoren
Steyr Motors ist ein österreichischer Hersteller spezialisierter Motorensysteme.
Das Unternehmen produziert insbesondere Antriebslösungen für Anwendungen, bei denen hohe Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit gefragt sind.
Für Red Cat ist dieser Bereich strategisch interessant, weil das US-Unternehmen im Drohnensektor tätig ist und damit in einem technologischen Umfeld arbeitet, in dem Antriebe, Energieversorgung und spezialisierte Komponenten eine wichtige Rolle spielen.
Die geplante Übernahme würde Red Cat ermöglichen, zusätzliche industrielle Kompetenz in den eigenen Konzern zu integrieren.
Red Cat setzt auf vertikale Erweiterung
Für Red Cat könnte der Kauf von Steyr Motors mehr bedeuten als eine reine Finanzinvestition.
Der Erwerb eines Motorenherstellers kann dem Drohnenspezialisten Zugang zu eigener Antriebstechnologie, Produktionskapazitäten und technischem Know-how verschaffen.
Gerade bei unbemannten Systemen kann die Kontrolle über wichtige Komponenten strategisch vorteilhaft sein.
Denkbare Vorteile einer solchen Integration sind:
- größerer Zugriff auf eigene Antriebstechnologie
- geringere Abhängigkeit von externen Lieferanten
- bessere Abstimmung von Motoren und Drohnensystemen
- zusätzliche industrielle Produktionskapazitäten
- stärkere Kontrolle über wichtige Lieferketten
Ob Red Cat diese Potenziale tatsächlich in dieser Form nutzen will, geht aus den bisher bekannten Angaben zur Übernahme noch nicht im Detail hervor.
Übernahmeangebot richtet sich an alle Aktionäre
Der nächste entscheidende Schritt ist das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot.
Damit erhalten die übrigen Aktionäre von Steyr Motors die Möglichkeit, ihre Aktien zu einem festgelegten Preis von 39,00 Euro an Red Cat zu verkaufen.
Für Investoren ist dabei entscheidend, wie viele Anteilseigner das Angebot annehmen und welche Beteiligungsquote Red Cat am Ende erreicht.
Bereits gesichert sind rund 15 Prozent über die B&C Holding Österreich.
Je größer die zusätzliche Annahmequote ausfällt, desto stärker kann Red Cat seine Position innerhalb des Unternehmens ausbauen.
Aufschlag von 29 Prozent macht Angebot attraktiv
Der Aufschlag von knapp 29 Prozent gegenüber dem vorherigen Schlusskurs ist ein zentraler Bestandteil des Angebots.
Mit einer solchen Prämie versucht ein Käufer in der Regel, Aktionäre dazu zu bewegen, ihre Aktien abzugeben.
Für bestehende Anteilseigner bedeutet das, dass sie ihre Beteiligung zu einem Preis verkaufen könnten, der deutlich über dem Börsenkurs vor Bekanntwerden der Übernahmepläne liegt.
Der unmittelbare Kursanstieg auf 36,80 Euro zeigt, dass der Markt die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Geschäfts offenbar ernst nimmt.
Abstand zum Angebotspreis bleibt bestehen
Trotz des starken Kursanstiegs liegt die Aktie noch 2,20 Euro unter dem Angebotspreis von 39,00 Euro.
Das entspricht einem Abstand von ungefähr 6 Prozent.
Dieser Unterschied kann verschiedene Risiken widerspiegeln, etwa:
- mögliche Verzögerungen im Übernahmeprozess
- regulatorische Prüfungen
- Bedingungen des öffentlichen Angebots
- Unsicherheit über die endgültige Annahmequote
- das Risiko, dass die Transaktion nicht vollständig umgesetzt wird
Erst mit dem erfolgreichen Abschluss der Übernahme würde der angebotene Preis für teilnehmende Aktionäre tatsächlich realisiert.
Börsengang liegt erst zwei Jahre zurück
Bemerkenswert ist auch der Zeitpunkt der geplanten Übernahme.
Steyr Motors war erst 2024 an die Börse gegangen. Nur rund zwei Jahre später könnte das Unternehmen nun mehrheitlich oder vollständig in die Hände eines US-Investors wechseln.
Die B&C-Gruppe hatte den Börsengang damals als Ankeraktionärin begleitet.
Mit dem nun angekündigten Verkauf ihres Aktienpakets verändert sich die Eigentümerstruktur des Unternehmens erneut grundlegend.
Red Cat baut Position im Technologiesektor aus
Sollte die Transaktion erfolgreich abgeschlossen werden, würde Red Cat seinen bisherigen Schwerpunkt deutlich erweitern.
Der US-Konzern ist vor allem als Spezialist für Drohnentechnologie bekannt. Mit Steyr Motors käme ein industrieller Hersteller mit eigener Motorenkompetenz hinzu.
Damit könnte Red Cat seine Wertschöpfung stärker verbreitern und wichtige Komponenten künftig enger an das eigene Geschäft anbinden.
Für Steyr Motors wiederum würde die Übernahme den Einstieg eines strategischen US-Investors bedeuten, der bereit ist, insgesamt rund 205 Millionen Euro für das Unternehmen zu zahlen.