Punica vor dem endgültigen Aus

August 7, 2026
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Comeback gescheitert: Die Kultmarke verschwindet

Das Comeback von Punica ist endgültig gescheitert. Nur rund zwei Jahre nach der überraschenden Rückkehr wird die einstige Kultmarke erneut aus den Supermarktregalen verschwinden. Der Vertrieb wird eingestellt, die Produktion ist bereits beendet. Für Verbraucher bleiben lediglich einige Restbestände.

Damit endet ein weiterer Versuch, einen bekannten Namen aus der deutschen Getränkehistorie wieder dauerhaft im Markt zu etablieren. Die Hoffnungen waren nach der Rückkehr im Jahr 2024 groß. Am Ende erwies sich die Nachfrage jedoch als viel zu gering.

50 Millionen Liter waren das große Ziel

Für die Neuauflage hatte sich der Vertrieb ehrgeizige Ziele gesetzt. Columbus Drinks wollte jährlich rund 50 Millionen Liter Punica verkaufen.

Die tatsächlichen Zahlen lagen davon jedoch dramatisch entfernt. Im gesamten Jahr 2024 wurden nach den vorliegenden Angaben lediglich etwa 1 Million Liter abgesetzt.

Damit fehlten gegenüber dem angestrebten Verkaufsvolumen 49 Millionen Liter. Die Differenz zeigt, wie weit Erwartungen und tatsächliche Nachfrage auseinanderlagen.

Dabei hatte das Comeback zunächst für Aufmerksamkeit gesorgt. Die Rückkehr der Marke wurde von einer nostalgisch ausgerichteten Werbekampagne begleitet. Influencer wurden eingesetzt und der bekannte Slogan „Punica ist wieder da“ sollte ehemalige Fans ebenso ansprechen wie eine neue Generation.

Auch die Resonanz aus Medien und Marktforschung hatte den Verantwortlichen offenbar zunächst Mut gemacht. Der tatsächliche Einkauf im Supermarkt entwickelte sich jedoch völlig anders als erhofft.

Nur noch Restbestände im Handel

Punica war nach der Rückkehr zeitweise wieder bei großen Handelsketten erhältlich. Dazu gehörten unter anderem Edeka, Kaufland und Rewe.

Inzwischen ist die Situation eine völlig andere. Die Produktion wurde eingestellt und die noch vorhandenen Flaschen werden lediglich abverkauft. Wo genau noch Punica zu finden ist, lässt sich nicht verlässlich sagen.

Für eingefleischte Fans bedeutet das: Wer noch einmal eine Flasche der früher beliebten Getränke kaufen möchte, muss möglicherweise mehrere Geschäfte durchsuchen.

Vom Kultgetränk zum Ladenhüter

Die Geschichte von Punica reicht weit zurück. Erstmals wurde die Marke im Jahr 1977 verkauft. Ihre größte Zeit erlebte sie in den 1990er-Jahren.

Damals erreichte Punica einen jährlichen Absatz von ungefähr 200 Millionen Litern. Die Marke war insbesondere bei Kindern und Jugendlichen bekannt und wurde durch eingängige Fernsehwerbung zu einem festen Bestandteil der damaligen Popkultur.

Der berühmte Werbespruch „Komm in die Punica-Oase!“ prägte sich bei einer ganzen Generation ein. Die Werbung lief unter anderem im Umfeld beliebter Fernsehserien und machte die Marke zu einem bekannten Namen.

Besitzerwechsel prägten die Markengeschichte

Punica wechselte im Laufe der Jahrzehnte mehrfach den Eigentümer. Nach der Gründung durch den Orangensaft-Pionier Dittmayer im Jahr 1977 übernahm Procter & Gamble die Marke 1984.

Im Jahr 2005 wechselte Punica zu Pepsi. 2022 kam die Marke schließlich zu PAI Partners. Im selben Jahr wurde die Produktion eingestellt.

Nach dem Ende der ursprünglichen Produktion schien die Geschichte von Punica zunächst abgeschlossen. Umso überraschender war die Ankündigung eines Neustarts zwei Jahre später.

2024 kam die große Rückkehr

Für das Comeback wurde Punica von Tropicana Brands produziert und durch Columbus Drinks aus Hamburg vertrieben.

Die Rückkehr setzte stark auf den Nostalgiefaktor. Der bekannte Markenname sollte Erinnerungen an die erfolgreiche Zeit der 1980er- und 1990er-Jahre wecken.

Doch Nostalgie allein reichte offenbar nicht aus, um die notwendige Nachfrage zu erzeugen. Bereits Anfang 2025 wurde über enttäuschende Verkaufszahlen berichtet.

Der Versuch, die frühere Popularität zurückzugewinnen, entwickelte sich damit innerhalb kurzer Zeit zu einem wirtschaftlichen Rückschlag.

Eine einst riesige Marke schrumpfte drastisch

Wie erfolgreich Punica früher einmal war, zeigt ein Blick auf die Produktionsmengen. 1997 wurden im Werk in Werder (Havel) zeitweise bis zu 36.000 frisch abgefüllte Flaschen pro Stunde produziert.

Diese Dimensionen gehören längst der Vergangenheit an. Das Werk wurde 2002 geschlossen. Auch der einstige Absatz von rund 200 Millionen Litern jährlich wurde nicht annähernd wieder erreicht.

Der Kontrast zwischen dem früheren Erfolg und dem gescheiterten Comeback könnte kaum größer sein: Statt der geplanten 50 Millionen Liter wurden 2024 nur etwa 1 Million Liter verkauft.

Kaufverhalten besiegelt das Ende

Columbus-Drinks-Chef Jörg Harders machte deutlich, dass letztlich die Nachfrage der Verbraucher über die Zukunft der Marke entschieden habe. Gegenüber der „Lebensmittelzeitung“ sagte er wörtlich:

„Der Endkunde hat durch sein Kaufverhalten dem Handel den Grad seines Interesses signalisiert und der Handel hat daraufhin entschieden.“

Damit ist die Richtung klar. Wenn die Nachfrage nicht ausreicht, haben Händler wenig Anlass, eine Marke dauerhaft im Sortiment zu halten.

Für Punica bedeutet das nach dem gescheiterten Comeback nun das endgültige Aus. Was einst zu den bekanntesten Fruchtsaftgetränken Deutschlands gehörte, wird künftig vor allem eine Erinnerung an die 1980er- und 1990er-Jahre bleiben.

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